{"id":102070,"date":"2023-06-15T10:27:43","date_gmt":"2023-06-15T08:27:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.esteri.it\/sala_stampa\/archivionotizie\/\/2023\/06\/tajani-bei-der-afd-gibt-es-eine-rote-linie-die-welt\/"},"modified":"2023-06-16T08:37:38","modified_gmt":"2023-06-16T06:37:38","slug":"tajani-bei-der-afd-gibt-es-eine-rote-linie-die-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.esteri.it\/en\/sala_stampa\/archivionotizie\/interviste\/2023\/06\/tajani-bei-der-afd-gibt-es-eine-rote-linie-die-welt\/","title":{"rendered":"Tajani: &#8220;Bei der AfD gibt es eine rote Linie&#8221; (Die Welt)"},"content":{"rendered":"<p>Antonio\u00a0Tajani\u00a0war in seinem Leben Journalist und Offizier der italienischen Luftwaffe, seit vergangenem Herbst ist er stellvertretender Ministerpr\u00e4sident und Au\u00dfenminister von Italien. Zuvor bekleidete\u00a0Tajani\u00a0hohe \u00c4mter in Br\u00fcssel, war von 2017 bis 2019 Pr\u00e4sident des Europ\u00e4ischen Parlaments. Im Gespr\u00e4ch erkl\u00e4rt er, wie die Europ\u00e4ische Volkspartei (EVP) &#8211; zu der sowohl Tajanis Forza Italia als auch die CDU\/CSU geh\u00f6rt &#8211; den rechten Aufwind in Europa f\u00fcr sich nutzen will.<\/p>\n<p><strong>Das Migrationsabkommen, das letzte Woche in Br\u00fcssel getroffen wurde, scheint die jahrelangen Spannungen und Meinungsverschiedenheiten zwischen Italien und Europa zu beenden. Sind Sie auch dieser Meinung?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, denn endlich gibt es in dieser Hinsicht mehr Solidarit\u00e4t. Und es ist verbindlich. Im \u00dcbrigen akzeptieren wir aber nicht, dass man bezahlen kann, wenn man keine Migranten aufnehmen will. Es wird einen Fond geben, mit dem illegale Einwanderung bek\u00e4mpft werden kann, au\u00dferdem eine Strategie. Doch es muss noch mehr getan werden, wir m\u00fcssen auch in Afrika daran arbeiten. Wir k\u00f6nnen diejenigen nicht allein lassen, die Nordafrika so nahe sind, vor allem Spanien und Italien. Wir brauchen deshalb einen europ\u00e4ischen Plan, mit dessen Hilfe wir in eine Strategie investieren, die kein Geld verschwendet und die Entwicklung f\u00f6rdert.<\/p>\n<p><strong>Im Juli wird in Spanien gew\u00e4hlt. Eine m\u00f6gliche Allianz der CDU-Schwesterpartei PP mit der rechtsnationalistischen Vox k\u00e4me nach den aktuellen Umfragen auf eine Mehrheit. Das w\u00e4re ein \u00e4hnliches B\u00fcndnis wie Ihre Forza Italia mit den rechtsnationalistischen Fratelli d`Italia in Italien. Stehen wir vor einem Paradigmenwechsel in Europa? <\/strong><\/p>\n<p>Im Moment wollen wir, dass die PP gewinnt. Danach muss man sehen. Eine starke PP ist f\u00fcr alle eine Garantie. Wir sind die Mitte und wir haben eine Geschichte, zu der auch ein Mitwirken an der Gr\u00fcndung der Europ\u00e4ischen Union geh\u00f6rt.<\/p>\n<p><strong>Sie waren allerdings &#8211; mit dem Segen des Vorsitzenden Ihrer EVP-Fraktion Manfred Weber (C SU) &#8211; mit die Ersten in Europa, die sich zu einem Pakt mit der extremen Rechten entschlossen haben. Ist das das Vorbild, das Sie exportieren wollen?<\/strong><\/p>\n<p>Italien hat eine Mitte-Rechts Regierung. Es gibt zwei Parteien, die sich mit uns verb\u00fcndet haben. Auf europ\u00e4ischer Ebene arbeiten wir mit der Fraktion der Konservativen und Reformer (EKR) zusammen, aber nicht mit der Partei von Marine Le Pen und der AfD. Sie geh\u00f6rt nicht zu diesem Abkommen. Da gibt es eine rote Linie. (Anm. d. Redaktion: der franz\u00f6sische Rassemblement National und die AfD geh\u00f6ren im EU-Parlament zur Fraktion Identit\u00e4t und Demokratie, nicht zur EKR-Fraktion)<\/p>\n<p><strong>Die rote Linie der EVP in Europa betrifft also Le Pen und die MD?<\/strong><\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich. Wenn wir in Europa dieselbe Mehrheit erreichen wollen, die mich zum Pr\u00e4sidenten des Europ\u00e4ischen Parlaments gew\u00e4hlt hat und die Mitte-rechts-Parteien, die Konservativen und die Liberalen vereinen k\u00f6nnen, wenden wir uns nicht an die extreme Rechte.<\/p>\n<p><strong>Geh\u00f6rt die spanische Partei Vox Ihrer Ansicht nach nicht zur extremen Rechten?<\/strong><\/p>\n<p>Auf europ\u00e4ischer Ebene geh\u00f6rt Vox zu den Parteien der Konservativen (Anm. d. Red.: gemeint ist die EKR-Fraktion). Und sie ist sowieso ein Problem Spaniens. Auf europ\u00e4ischer Ebene haben wir oft mit der EKR-Fraktion abgestimmt. Schauen Sie, die einzige Mehrheit, die eine Alternative zur derzeitigen w\u00e4re, das ist die EVP, zusammen mit den Liberalen und den Konservativen. Und ich sage es noch einmal, mit der AfD und Le Pen kann es keinerlei Absprache geben.<\/p>\n<p><strong>Schlie\u00dft das auch eine erneute Zusammenarbeit mit den Sozialisten aus?<\/strong><\/p>\n<p>Letztendlich sind wir alle pro-europ\u00e4isch. Mir gef\u00e4llt beispielsweise die Politik von Frans Timmermans (Vizepr\u00e4sident der Europ\u00e4ischen Kommission, Anm.) nicht, da sie den Arbeitern, der Landwirtschaft und der Industrie schaden wird. Der Kampf f\u00fcr die Umwelt wird dagegen mit positiven Zielen gef\u00fchrt. Wenn man uns zwingen sollte, ab 2035 nur noch Elektroautos zuzulassen und die Industrie nicht in der Lage ist, dieses Ziel zu erreichen, dann w\u00fcrden wir in Italien viele Arbeitspl\u00e4tze verlieren. Und somit ist das auch ein soziales Problem. Die Umweltpolitik darf den Arbeitnehmern nicht schaden. Und Frans Timmermans k\u00fcmmert sich nicht um sie. Nat\u00fcrlich geht es um das COI, aber auch um die Frauen und M\u00e4nner, die arbeiten.<\/p>\n<p><strong>Werden wir einen Rechtsruck in Europa erleben?<\/strong><\/p>\n<p>Es ver\u00e4ndert sich tats\u00e4chlich einiges. Griechenland, Finnland, vielleicht Spanien, Italien&#8230; Es wird eher eine Ausrichtung Mitte-Rechts als Links geben. Aber letztendlich sind es die B\u00fcrger, die w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Antonio\u00a0Tajani\u00a0war in seinem Leben Journalist und Offizier der italienischen Luftwaffe, seit vergangenem Herbst ist er stellvertretender Ministerpr\u00e4sident und Au\u00dfenminister von Italien. Zuvor bekleidete\u00a0Tajani\u00a0hohe \u00c4mter in Br\u00fcssel, war von 2017 bis 2019 Pr\u00e4sident des Europ\u00e4ischen Parlaments. 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