{"id":100394,"date":"2023-05-05T09:48:25","date_gmt":"2023-05-05T07:48:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.esteri.it\/?p=100394"},"modified":"2023-05-05T14:42:57","modified_gmt":"2023-05-05T12:42:57","slug":"tajani-wir-waren-nicht-naiv-gegenuber-putin-frankfurter-allgemeine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.esteri.it\/it\/sala_stampa\/archivionotizie\/interviste\/2023\/05\/tajani-wir-waren-nicht-naiv-gegenuber-putin-frankfurter-allgemeine\/","title":{"rendered":"Tajani &#8220;Wir waren nicht naiv gegen\u00fcber Putin&#8221; (Frankfurter Allgemeine)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Herr Minister, der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj ist zum zweiten Mal in Europa \u2014 und besucht wieder nicht Italien. <\/strong><strong>St\u00f6rt Sie das?<\/strong><\/p>\n<p>Die italienische Regierung hat vorige Woche eine gro\u00dfe Veranstaltung mit tausend italienischen und ukrainischen Unternehmen f\u00fcr den Wiederaufbau der Ukraine organisiert. Pr\u00e4sident Selenskyj war gleich zweimal live dazugeschaltet. Kurz danach war unsere Ministerpr\u00e4sidentin mit dem ukrainischen Au\u00dfenminister Dmytro Kuleba im r\u00f6mischen Kongress. Wir arbeiten hart f\u00fcr die Verteidigung der Ukraine. Wir wollen einen wichtigen Beitrag zum Wiederaufbau leisten, denn in Zukunft wird die Ukraine Teil der Europ\u00e4ischen Union und unseres Binnenmarktes sein. Wir sind auch bereit, mehr f\u00fcr die Verteidigung der Ukraine zu tun. Wir unterst\u00fctzen das Land in jedem Bereich, nicht nur milit\u00e4risch. Italien tut viel daf\u00fcr, das von den Russen zerst\u00f6rte Stromnetz wieder aufzubauen. Wir wollen alle gemeinsam f\u00fcr den Frieden arbeiten. Frieden bedeutet die Freiheit der Ukraine \u2014 nicht ihre Niederlage. Frieden kann nur Frieden mit Gerechtigkeit bedeuten, und Gerechtigkeit bedeutet die Freiheit der Ukraine.<\/p>\n<p><strong>Italien hat bisher milit\u00e4rische Ausr\u00fcstung im Wert von 660 Millionen Euro geliefert. Damit liegt es im europ\u00e4ischen Vergleich auf Platz elf, weit hinter den Niederlanden. Ist das angemessen f\u00fcr das drittgr\u00f6\u00dfte Land in Europa? <\/strong><\/p>\n<p>Was z\u00e4hlt, ist die Qualit\u00e4t, nicht die Quantit\u00e4t. Und dabei kommt es nicht nur auf Waffen an. Wir haben der Ukraine hundert Tonnen an elektronischem Material geliefert. Auch das hilft gegen die russische Invasion, denn Russland nutzt die Zerst\u00f6rung der Stromnetze als gezielten Angriff. Wir st\u00e4rken so die Zivilbev\u00f6lkerung, au\u00dferdem wollen wir Getreidelieferungen aus der Ukraine nach Afrika erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr die Ukraine selbst stehen Waffenlieferungen dennoch an erster Stelle. <\/strong><strong>Kann Italien nicht mehr tun? <\/strong><\/p>\n<p>Wir stimmen uns in der EU eng ab. Nach dem letzten Treffen des Rates arbeiten wir an einem neuen Paket.<\/p>\n<p><strong>Der Vorsitzende Ihrer Partei Forza Italia, Silvio Berlusconi, h\u00e4lt aber nichts von Waffenlieferungen an Kiew.<\/strong><\/p>\n<p>Meine Haltung ist die der italienischen Regierung. Das ist nicht ganz einfach zu erkl\u00e4ren. Man sollte nicht blo\u00df auf zwei, drei S\u00e4tze achten, sondern sich die Geschichte genau anschauen. Berlusconi war als europ\u00e4ischer Regierungschef die Br\u00fccke zwischen Russland und der NATO. Das Treffen Putins und George W. Bushs 2002 in Pratica di Mare bei Rom war ein europ\u00e4ischer Erfolg.<\/p>\n<p><strong>Berlusconi organisierte damals ein Gipfeltreffen mit den 19 NATO-Vertretern, zu dem auch Wladimir Putin eingeladen war\u2014 ein Zeichen der Verst\u00e4ndigung.<\/strong><\/p>\n<p>Danach hat sich die Lage leider negativ entwickelt. Ich erinnere mich sehr gut, wie sich Berlusconi gegen die russische Invasion in Georgien gewendet hat. Er rief Putin an, gemeinsam mit dem damaligen franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Sarkozy, und sie konnten den Angriff stoppen. Wir wollen Freiheit f\u00fcr die Ukraine. Das unterstreicht auch Berlusconi in jeder Rede. Au\u00dferdem stimmte er zu Beginn des russischen \u00dcberfalls im EU-Parlament f\u00fcr eine klare Verurteilung Putins. Unsere Position ist klar. Wir stehen bei Europa, wir stehen bei Amerika. Wir sind absolut gegen die russische Invasion.<\/p>\n<p><strong>Wer sollte \u00fcber die Bedingungen f\u00fcr einen m\u00f6glichen Friedensschluss entscheiden: die Ukraine, die EU, die internationale Gemeinschaft?<\/strong><\/p>\n<p>Freiheit der Ukraine bedeutet, die Russen m\u00fcssen raus aus dem Land. Das entspricht nicht der chinesischen Position, auch wenn ich deren Einsatz f\u00fcr einen Friedensschluss begr\u00fc\u00dfe. Aber es gibt viele Punkte, mit denen ich nicht einverstanden bin. Der R\u00fcckzug der russischen Armee aus der Ukraine wird beispielsweise nicht erw\u00e4hnt. Ich halte zwei Dinge f\u00fcr wichtig: Es muss eine befreite Zone um Saporischschja geben, und es braucht gr\u00fcne Korridore f\u00fcr Getreidelieferungen von der Ukraine nach Afrika. Davon ausgehend kann man sich Friedensverhandlungen ann\u00e4hern.<\/p>\n<p><strong>Sowohl Deutschland als auch Italien sind stark von den Sanktionen gegen Russland betroffen. Wie lange l\u00e4sst sich das durchhalten?<\/strong><\/p>\n<p>Das Problem ist nicht Deutschland oder Italien, das Problem ist Putin. Nat\u00fcrlich haben wir in der Vergangenheit mit Russland Handel getrieben. Alle in Europa haben mit Russland zusammengearbeitet. Nun geh\u00f6ren auch wir zu den Opfern dieser Zeit. Putin hat beschlossen, seine Politik zu \u00e4ndern. Er hat sich ver\u00e4ndert, das war ein langer, schlechter Weg. Gesch\u00e4fte sind sehr wichtig. Aber die Verteidigung unserer Werte, unserer Identit\u00e4ten ist noch wichtiger. Wir wollen Frieden erreichen.<\/p>\n<p><strong>War es tats\u00e4chlich Putin, der sich pl\u00f6tzlich ge\u00e4ndert hat \u2014 oder waren wir naiv?<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt seit Langem eine Verbindung zwischen Italien, Deutschland und Russland. Wir haben keine Fehler gemacht, Deutschland auch nicht. Die gesamte italienische Regierung, nicht nur Berlusconi, hat mit Russland zusammengearbeitet, weil Putin anders war. Wir waren nicht naiv. Wir haben leider keine Rohstoffe. Im Energiesektor brauchten wir vor allem Gas, wir brauchten \u00d6l. Daf\u00fcr mussten wir Vereinbarungen mit anderen L\u00e4ndern treffen. Sonst w\u00e4re es f\u00fcr die beiden wichtigsten Industriel\u00e4nder in Europa unm\u00f6glich, auf globaler Ebene zu konkurrieren. Dabei geht es k\u00fcnftig auch um China, nicht nur um Russland.<\/p>\n<p><strong>Kann die Beziehung zu Russland jemals wieder so sein wie vor dem Angriff auf die Ukraine?<\/strong><\/p>\n<p>Putin wird nicht von seiner Position abr\u00fccken. Ich halte es deshalb f\u00fcr unm\u00f6glich, zu einem guten Verh\u00e4ltnis zur\u00fcckzukehren. Die russische Regierung hat sich dazu entschlossen, alle Regeln zu brechen. Es gab einen ersten Putin, mit dem es gut lief. Jetzt haben wir einen zweiten Putin, mit dem es sehr schlecht l\u00e4uft. Einen dritten Putin wird es nicht geben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>*****<\/p>\n<p><strong>Tajani: &#8220;Non siamo stati ingenui nei confronti di Putin&#8221; (Frankfurter Allgemeine) <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Signor<\/strong> <strong>Ministro, il Presidente ucraino Volodymyr Zelensky si trova per la seconda volta in Europa e di nuovo non si reca in visita in Italia. La cosa la disturba?<\/strong><\/p>\n<p>La scorsa settimana il governo italiano ha organizzato un grande evento con un migliaio di aziende italiane e ucraine a favore della ricostruzione in Ucraina. Il Presidente Zelensky si \u00e8 collegato due volte in diretta. Poco dopo, il nostro Primo Ministro ha incontrato il Ministro degli Esteri ucraino Dmytro Kuleba in occasione di una conferenza a Roma. Ci adoperiamo alacremente per la difesa dell&#8217;Ucraina. Vogliamo fornire un contributo importante alla ricostruzione, perch\u00e9 in futuro l&#8217;Ucraina far\u00e0 parte dell&#8217;Unione Europea e del nostro mercato interno. Siamo anche pronti a fare di pi\u00f9 per la difesa dell&#8217;Ucraina. Sosteniamo il Paese in ogni ambito, non solo a livello militare. L&#8217;Italia sta facendo molto per ricostruire la rete elettrica distrutta dai russi. Vogliamo lavorare tutti insieme per la pace. Pace significa libert\u00e0 per l&#8217;Ucraina, non la sua sconfitta. Pace significa pace solo in un contesto di giustizia, e giustizia significa libert\u00e0 per l&#8217;Ucraina.<\/p>\n<p><strong>Finora l&#8217;Italia ha inviato attrezzature militari per un valore di 660 milioni di euro: un dato che la colloca all&#8217;undicesimo posto a livello europeo, ben dietro ai Paesi Bassi. \u00c8 proporzionato, per il terzo Paese pi\u00f9 grande d&#8217;Europa? <\/strong><\/p>\n<p>Ci\u00f2 che conta \u00e8 la qualit\u00e0, non la quantit\u00e0. E non si tratta meramente di armi: abbiamo consegnato all&#8217;Ucraina cento tonnellate di materiale elettronico. Questo anche \u00e8 un aiuto contro l&#8217;invasione russa, perch\u00e9 la Russia sfrutta la distruzione delle reti elettriche come attacco mirato. In tal modo rafforziamo la popolazione civile e intendiamo altres\u00ec consentire le consegne di grano dall&#8217;Ucraina all&#8217;Africa.<\/p>\n<p><strong>Per l&#8217;Ucraina stessa, la spedizione di armi rappresenta comunque la priorit\u00e0 assoluta. L&#8217;Italia non pu\u00f2 fare di pi\u00f9? <\/strong><\/p>\n<p>Ci stiamo coordinando strettamente in seno all&#8217;UE. Dopo l&#8217;ultima riunione del Consiglio, stiamo lavorando a un nuovo pacchetto.<\/p>\n<p><strong>Silvio Berlusconi, leader del suo partito Forza Italia, non ritiene per\u00f2 importante fornire armi a Kiev<\/strong>.<\/p>\n<p>La mia posizione \u00e8 quella del governo italiano. Non \u00e8 facile da spiegare. Non bisogna limitarsi a due o tre frasi, bens\u00ec osservare con attenzione la storia. Come capo di un governo europeo, Berlusconi \u00e8 stato il ponte tra la Russia e la NATO. L&#8217;incontro nel 2002 tra Putin e George W. Bush a Pratica di Mare, nei pressi di Roma, \u00e8 stato un successo europeo.<\/p>\n<p><strong>All\u2019epoca Berlusconi aveva organizzato un incontro al vertice con i 19 rappresentanti della NATO, al quale era stato invitato anche Vladimir Putin &#8211; un segno di intesa<\/strong>.<\/p>\n<p>In seguito, purtroppo, le cose hanno preso una piega negativa. Ricordo molto bene come Berlusconi si oppose all&#8217;invasione russa della Georgia. Chiam\u00f2 Putin, insieme all&#8217;allora Presidente francese Sarkozy, riuscendo a fermare l&#8217;attacco. Vogliamo libert\u00e0 per l&#8217;Ucraina. Berlusconi lo sottolinea anche in ogni suo discorso. Inoltre, ha votato per una chiara condanna di Putin in seno al Parlamento europeo all&#8217;inizio dell&#8217;attacco russo. La nostra posizione \u00e8 chiara. Siamo al fianco dell&#8217;Europa, siamo al fianco dell&#8217;America. Siamo assolutamente contrari all&#8217;invasione russa.<\/p>\n<p><strong>Chi dovrebbe decidere le condizioni per un eventuale accordo di pace: l&#8217;Ucraina, l&#8217;UE, la comunit\u00e0 internazionale? <\/strong><\/p>\n<p>Libert\u00e0 per l&#8217;Ucraina significa che i russi devono lasciare il Paese. Questo non \u00e8 in linea con la posizione cinese, anche se accolgo con favore il loro impegno per un accordo di pace. Restano tuttavia molti punti su cui non concordo. Ad esempio, non si fa menzione del ritiro dell&#8217;esercito russo dall&#8217;Ucraina. A mio avviso sono importanti due aspetti: deve esserci una zona liberata intorno a Zaporizhzhya e ci devono essere corridoi verdi per le spedizioni di grano dall&#8217;Ucraina all&#8217;Africa. Da qui si pu\u00f2 partire per i negoziati di pace.<\/p>\n<p><strong>Sia la Germania che l&#8217;Italia sono pesantemente colpite dalle sanzioni contro la Russia. Quanto potr\u00e0 durare questa situazione<\/strong>?<\/p>\n<p>Il problema non sono la Germania o l&#8217;Italia, il problema \u00e8 Putin. Naturalmente in passato abbiamo commerciato con la Russia, tutti in Europa hanno collaborato con la Russia. Ora figuriamo anche noi tra le vittime di questo periodo. Putin ha deciso di cambiare politica. \u00c8 cambiato anche lui, \u00e8 stato un percorso lungo e difficile. Gli affari sono molto importanti, per\u00f2 \u00e8 ancor pi\u00f9 importante difendere i nostri valori, le nostre identit\u00e0. Vogliamo ottenere la pace.<\/p>\n<p><strong>\u00c8 stato davvero Putin a cambiare improvvisamente, o siamo stati ingenui<\/strong>?<\/p>\n<p>Da tempo esiste un legame tra Italia, Germania e Russia. Noi non abbiamo commesso errori, e nemmeno la Germania. Tutto il governo italiano, non solo Berlusconi, ha collaborato con la Russia perch\u00e9 Putin era diverso. Non siamo stati ingenui. Purtroppo non abbiamo materie prime. Nel settore energetico avevamo bisogno soprattutto di gas, di petrolio. Per questo abbiamo dovuto stringere accordi con altri Paesi. Altrimenti sarebbe impossibile per i due pi\u00f9 importanti Stati industrializzati d&#8217;Europa competere a livello globale. In futuro, questo coinvolger\u00e0 anche la Cina, non solo la Russia.<\/p>\n<p><strong>Le relazioni con la Russia potranno mai tornare ad essere le stesse di prima dell&#8217;attacco all&#8217;Ucraina<\/strong>?<\/p>\n<p>Putin non si smuover\u00e0 dalla sua posizione. Penso quindi che sia impossibile ritornare a intrattenere buoni rapporti. Il governo russo ha deciso di infrangere tutte le regole. C&#8217;\u00e8 stato un primo Putin con cui le cose sono andate bene. Ora abbiamo un secondo Putin con cui le cose vanno molto male. Non ci sar\u00e0 un terzo Putin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Herr Minister, der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj ist zum zweiten Mal in Europa \u2014 und besucht wieder nicht Italien. St\u00f6rt Sie das? Die italienische Regierung hat vorige Woche eine gro\u00dfe Veranstaltung mit tausend italienischen und ukrainischen Unternehmen f\u00fcr den Wiederaufbau der Ukraine organisiert. Pr\u00e4sident Selenskyj war gleich zweimal live dazugeschaltet. 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