{"id":23542,"date":"2015-09-19T10:00:45","date_gmt":"2015-09-19T08:00:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.esteri.it\/sala_stampa\/archivionotizie\/comunicati\/2015\/09\/gentiloni-sinnlos-die-augen-zu\/"},"modified":"2015-09-19T10:00:45","modified_gmt":"2015-09-19T08:00:45","slug":"gentiloni-sinnlos-die-augen-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.esteri.it\/it\/sala_stampa\/archivionotizie\/interviste\/2015\/09\/gentiloni-sinnlos-die-augen-zu\/","title":{"rendered":"Gentiloni: Sinnlos, die Augen zu verschlie\u00dfen (DerStandard)"},"content":{"rendered":"<h2 itemprop=\"description\" style=\"text-align: right;\">\u00a0<\/h2>\n<h2 itemprop=\"description\" style=\"text-align: right;\"><a href=\"#cortesia\"><em>Traduzione di cortesia<\/em><\/a><\/h2>\n<h2 itemprop=\"description\" style=\"text-align: right;\">\u00a0<\/h2>\n<h2 itemprop=\"description\">Paolo Gentiloni ist \u00fcberzeugt davon, dass die Fl\u00fcchtlingskrise bew\u00e4ltigt werden kann, wenn man das Problem gemeinsam und mitverantwortlich angeht.\u00a0<\/h2>\n<p><strong>STANDARD:\u00a0<\/strong>In der Fl\u00fcchtlingskrise hat Europa versagt. Wird am Ende das europ\u00e4ische Projekt scheitern?<\/p>\n<p><strong>Gentiloni<\/strong>: Das Risiko gibt es, auch wenn die EU und zum Teil die EU-Kommission in den vergangenen f\u00fcnf Monaten vorangekommen sind. Und zwar seit dem 18. April, als hunderte Menschen im Mittelmeer ertranken und Italiens Premierminister Matteo Renzi als erster einen EU-Sondergipfel zu den Fl\u00fcchtlingen verlangte. Das war die Stunde null, danach war die Zuwanderung Topthema der Kommission. Vor zehn Tagen hat es Pr\u00e4sident Jean-Claude Juncker wieder auf die Agenda gesetzt \u2013 und am Mittwoch werden wir einen neuen EU-Gipfel haben \u2013, aber die Krise und die Spannungen sind viel schneller als die europ\u00e4ische Antwort. Insofern: Ja, es ist wahr, das Risiko ist riesig.<\/p>\n<p><strong>STANDARD<\/strong>: Gibt es Hoffnung, aus der Krise zu wachsen und eine politische Integration zu beschleunigen?<\/p>\n<p><strong>Gentiloni<\/strong>: Ich bin davon \u00fcberzeugt, denn Europa braucht nach einem Jahrzehnt der Diktatur von Regelungen und Prozenten eine Politik der Werte und Prinzipien. Die Fl\u00fcchtlingskrise ist sowohl eine Bedrohung als auch eine Chance. Voraussetzung ist aber, wie \u00d6sterreichs Bundeskanzler Werner Faymann Ende August in Wien sagte, dass die Schuldzuweisung des Nachbarn aufh\u00f6rt und man zu einer gemeinsamen Mitverantwortung, mit allen Aspekten der europ\u00e4ischen Migrationspolitik, \u00fcbergeht. Aus dieser Krise kann Europa in der Tat sogar noch st\u00e4rker herauskommen.<\/p>\n<p><strong>STANDARD<\/strong>: Bis dato gibt es keine Ergebnisse. Sind Quoten und Hotspots wirklich die L\u00f6sung?<\/p>\n<p><strong>Gentiloni<\/strong>: Wenn Italien von einem gemeinsamen Herangehen an alle Aspekte der Einwanderungspolitik spricht, geht es selbstverst\u00e4ndlich davon aus, dass Hotspots und Verteilung allein nicht genug sind. Nicht nur angesichts der vielen Aufgaben, die gemeinsam zu meistern sind \u2013Zusammenarbeit in den Herkunfts-und- Transitl\u00e4ndern, Krisenmanagement und so weiter \u2013, sondern weil man die aktuelle Krise im Rahmen der 25 Jahre alten Dublin-Regeln nicht l\u00f6sen kann. Diese allm\u00e4hlich zu \u00fcberwinden hei\u00dft, Aufnahme, Asyl, Verteilung und R\u00fcckf\u00fchrungspolitik gemeinsam zu organisieren. Wenn man all das stufenweise zusammen schafft, ist ein Kontinent mit 700 Millionen Einwohnern und einer, der zu den reichsten der Welt z\u00e4hlt, in der Lage, mehrere hunderttausend Migranten j\u00e4hrlich zu verwalten. Wenn man aber auf Mauern und Z\u00e4une pocht oder mit dem Finger auf den Nachbarn zeigt, laufen wir Gefahr, die \u00fcberholten Dublin-Regeln zu verteidigen und das Grundprinzip der Freiz\u00fcgigkeit \u00fcber Bord zu werfen.<\/p>\n<p><strong>STANDARD<\/strong>: Angesichts des Ph\u00e4nomens fragt man sich, ob es dahinter eine destabilisierende Strategie gibt?<\/p>\n<div>\n<p><strong>Gentiloni<\/strong>: Dahinter gibt es nat\u00fcrlich Kriege wie in Syrien und Diktaturen wie in Eritrea; die Instabilit\u00e4t in Krisenl\u00e4ndern, der Kollaps in Staaten wie Libyen und auch Demografie und Armut in Afrika. Zus\u00e4tzlich zu diesen kraftvollen und nicht vor\u00fcbergehenden Motoren der Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me kommen die kriminellen Organisationen: echte Formen der Sklaverei im 21. Jahrhundert.<\/p>\n<p><strong>STANDARD<\/strong>: Europa und ist ein zahnloser Tiger, was kann es tun?<\/p>\n<p><strong>Gentiloni<\/strong>: Die Phase, in der die beiden Superm\u00e4chte die Weltordnung bestimmt haben, ist vorbei. Genauso die einer vielleicht illusorischen Hypermacht. In Zeiten des Multilateralismus geht es darum, L\u00f6sungen mit diplomatischen Waffen und wirtschaftlichen Beziehungen und in manchen F\u00e4llen auch mit Gewalt, zu finden \u2013 und zwar mit Beteiligung von Europa, der USA und der wichtigsten L\u00e4nder der Region. Ich denke, wir haben eine Chance, wenn auch sehr eine zerbrechliche, auf eine k\u00fcnftige Vereinbarung in Libyen. Und es gibt sogar, trotz allem, einen Schimmer Hoffnung f\u00fcr einen politischen \u00dcbergang in Syrien; das einzige, was uns auf ein Ende des Alptraums des Konflikts in dem Land hoffen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong>STANDARD<\/strong>: Ungarn schottet sich ab und \u00d6sterreichs Kanzler Faymann zieht Nazi-Vergleiche. Stimmen Sie ihm zu?<\/p>\n<p><strong>Gentiloni<\/strong>: Ich stimme allen zu, die die Entscheidungen der ungarischen Regierung nicht im Einklang mit den EU-Grunds\u00e4tzen sehen. Man kann nicht nur den guten Teil nehmen \u2013 Strukturfonds, freier Markt, Freiz\u00fcgigkeit der Arbeitnehmer \u2013 und gleichzeitig ver\u00e4chtlich die Prinzipien der Union ablehnen. Wir m\u00fcssen in den kommenden Wochen einen Weg finden, um diese Botschaft in klaren Entscheidungen auf EU-Ebene umzusetzen.<\/p>\n<p><strong>STANDARD<\/strong>: Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel hat viel Kritik geerntet f\u00fcr die zeitweise \u00d6ffnung der Grenzen. War das ein Fehler?<\/p>\n<p><strong>Gentiloni<\/strong>: Nein, ich glaube die Kanzlerin hat eine mutige Entscheidung getroffen. Ich habe nie an die &#8220;pull theory&#8221; geglaubt, wonach manche Regierungsentscheidungen Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me im Gang setzen. Ich habe diese Theorien kritisiert, als sie vor \u00fcber einem Jahr gegen Italien gerichtet waren, als wir die Rettungsoperationen auf hoher See durchf\u00fchrten; und ich kritisiere sie jetzt, wenn sie gegen Berlin gerichtet werden. Selbstverst\u00e4ndlich d\u00fcrfen weder Italien noch Deutschland allein gelassen werden.<\/p>\n<p><strong>STANDARD<\/strong>: Dublin muss also reformiert werden. Wird es zu einer EU-Asylpolitik kommen? W\u00e4re das w\u00fcnschenswert? W\u00fcrde sie die Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me eind\u00e4mmen oder eher verst\u00e4rken?<\/p>\n<p><strong>Gentiloni<\/strong>: Wir m\u00fcssen Schritt f\u00fcr Schritt vorgehen: eine gegenseitige Anerkennung des Asylrechts, das zuerst in Zeiten der Krise eingeleitet werden k\u00f6nnte. Das ist genau der Sinn der &#8220;Relocation&#8221; (Verlagerung): Jene, die in Italien Asyl erhalten haben, k\u00f6nnen auch anderswo aufgenommen werden, zum Beispiel in Deutschland, Schweden, \u00d6sterreich. Wichtig ist eine gemeinsame europ\u00e4ische R\u00fcckf\u00fchrungspolitik. Es ist sinnlos, die Augen vor der Tatsache zu schlie\u00dfen, dass mehr als ein Drittel der Migranten in Europa Wirtschaftsmigranten sind. F\u00fcr R\u00fcckf\u00fchrungen braucht man Ressourcen, wirtschaftliche und logistische Vorkehrungen, diplomatische Vereinbarungen. All das k\u00f6nnen zwei oder drei L\u00e4nder allein nicht schultern. Schlie\u00dflich m\u00fcsste man entscheiden, welche L\u00e4nder als sichere Herkunftsl\u00e4nder gelten \u2013 sicherlich die EU-Beitrittskandidaten \u2013 und welche nicht. Diese Konzepte finden langsam Niederschlag in den Vorschl\u00e4gen der EU-Kommission, aber die bittere Wahrheit ist, dass wir erst in diesen Wochen das erste Segment des Verteilungsprogramms in der EU (40.000 Fl\u00fcchtlinge in zwei Jahren, Anm.) implementiert haben, was weniger als f\u00fcnf Prozent aller irregul\u00e4ren Fl\u00fcchtlinge in den vergangenen zwei Jahren w\u00e4re (Der neue Juncker-Plan sieht 120.000 vor, Anm.). Darum sage ich: Wir sind ein St\u00fcck Weg gegangen, aber es bleibt noch viel zu tun, und wir m\u00fcssen uns beeilen.<\/p>\n<p><strong>STANDARD<\/strong>: \u00d6sterreich besteht auf Quoten und spricht von Strafen f\u00fcr diejenigen, die gegen das Prinzip der Solidarit\u00e4t versto\u00dfen, etwa K\u00fcrzungen bei den Strukturfonds. Sehen Sie das auch so?<\/p>\n<p><strong>Gentiloni<\/strong>: Zuerst einmal begr\u00fc\u00dfe ich, dass die \u00f6sterreichische Regierung, die Schwierigkeiten der letzten Monate \u00fcberwunden hat. Wir sind auf einer Linie, und das ist sehr wichtig f\u00fcr zwei Nachbarl\u00e4nder und Freunde, die hunderte Kilometer Grenze teilen und die, wenn Ungarn bei seiner Position bliebe, neuem Druck an der Nordost-Grenze (Tarvis-Arnoldstein, Anm.) ausgesetzt w\u00fcrden.<\/p>\n<p><strong>STANDARD<\/strong>: Die Visegrad-L\u00e4nder lehnen Quoten ab, und zum Teil auch die muslimische Einwanderung \u2013 aus Angst vor einem Auseinanderfallen der Gesellschaft. Liegen sie da ganz falsch?<\/p>\n<p><strong>Gentiloni<\/strong>: Ja! Einige \u2013 ich denke an Polen \u2013 sind dabei ihre Meinung zu \u00e4ndern. Ich sehe aber nicht ein, warum man Solidarit\u00e4t verweigern sollte, die man in ein paar Jahren oder Monaten vielleicht selber ben\u00f6tigen w\u00fcrde. Was passiert, wenn eine schwere Krise an unseren \u00f6stlichen Grenzen ausbricht und hunderttausende Migranten in Bewegung k\u00e4men? W\u00fcrde man Athen anrufen, um Hilfe zu bitten? Was die Religion angeht: Sie als Kriterium zu nehmen, w\u00fcrde der Logik von Asyl widersprechen.<\/p>\n<p><strong>STANDARD<\/strong>: Manche sagen, die Osterweiterung 2004 war ein Fehler. Was sagen Sie diesen Kritikern?<\/p>\n<p><strong>Gentiloni<\/strong>: Ich glaube nicht, dass man so schnell negative Schlussfolgerungen ziehen kann. Die Erweiterung war ein gro\u00dfer, strategischer, politischer Schritt. Ein Ausweg, die Teilung Europas in Bl\u00f6cken friedlich zu beenden. Heute stehen wir mit der Zuwanderung vor einer neuen politischen, strategischen Entscheidung \u2013 und es w\u00e4re ein trauriges Paradoxon, wenn sich gerade jene L\u00e4nder, die Protagonisten und Beg\u00fcnstigte der vorherigen waren, dieser Herausforderung entziehen w\u00fcrden.<\/p>\n<p><strong>STANDARD<\/strong>: Mit der\u00a0<a href=\"http:\/\/derstandard.at\/r1311802653580\">Eurokrise<\/a>\u00a0war es sehr aktuell und mit der Fl\u00fcchtlingskrise ist es Realit\u00e4t: Ein Europa der zwei Geschwindigkeiten. Stimmen Sie einem Europa mit einem harten Kern zu, das vorangeht?<\/p>\n<p><strong>Gentiloni<\/strong>: Es handelt sich hier um eine andere strategisch- politische Herausforderung, die vor uns liegt. Teilweise \u00fcberschneidet sie sich mit der Migration, aber sie involviert viele andere Themen. Ich glaube, dass die gemeinsame W\u00e4hrung eine zunehmende Integration unter den Eurol\u00e4ndern erfordert; aber auch, dass L\u00e4nder mit anderen W\u00e4hrungen das Recht haben, weiterhin vollst\u00e4ndiges Mitglied der EU zu sein. Die L\u00f6sung liegt vielleicht nicht so sehr in dem Konzept der zwei Geschwindigkeiten, als vielmehr in der Vorstellung von der Koexistenz von zwei konzentrischen Kreisen in Europa mit unterschiedlichen Integrationsebenen; aber gekennzeichnet durch die gemeinsame Mitgliedschaft und den Glauben an seine Grundprinzipien.<\/p>\n<p><strong>STANDARD<\/strong>: Mit der Einwanderung f\u00fcrchtet man die Infiltration durch Terroristen. Wie kann man sich wappnen? Und wie wichtig w\u00e4re hier eine Einbeziehung von Russland, Iran und\u00a0<a href=\"http:\/\/derstandard.at\/r3450\">Saudi-Arabien<\/a>?<\/p>\n<p><strong>Gentiloni<\/strong>: Man muss unterscheiden. Es gibt die historische Herausforderung des Terrorismus, gegen den die Koalition gegen den &#8220;Islamischen Staat&#8221; (IS) entscheidend ist und wo man gemeinsame Interessen auch mit L\u00e4ndern hat, die nicht dabei sind \u2013 wie der Iran und Russland. Die Bedrohung durch die Zuwanderung verlangt andererseits h\u00f6chste Aufmerksamkeit aller Sicherheitskr\u00e4fte und die Mitarbeit der Geheimdienste der verb\u00fcndeten L\u00e4nder. Wachsamkeit in allen Richtungen ist geboten. Die Geschichte dieser Monate lehrt uns au\u00dferdem, dass Terror-Bedrohungen nicht nur von au\u00dfen kommen k\u00f6nnen, sondern auch von Menschen, die bei uns leben.<\/p>\n<p><a id=\"cortesia\"><strong>Traduzione di cortesia<\/strong><\/a><\/p>\n<div><strong>INTERVISTA \u00a0DEL MINISTRO GENTILONI A DER STANDARD\u00a0<\/strong><\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div><strong>STANDARD:\u00a0Nella crisi dei profughi l\u2019Europa ha fallito. Sar\u00e0 la fine del progetto europeo?<\/strong><\/div>\n<div>Il rischio esiste, anche se l\u2019UE e in parte la Commissione Europea hanno fatto passi avanti negli ultimi 5 mesi. E in particolare dal 18 di aprile, quando centinaia di persone annegarono nel Mediterraneo e il Premier italiano Matteo Renzi per primo pretese la convocazione di un vertice straordinario sulla questione dei profughi. Quella fu l\u2019ora zero, dopo la quale il tema dei flussi divenne prioritario per la Commissione.\u00a0Dieci giorni fa\u00a0il Presidente Jean-Claude\u00a0Juncker\u00a0l\u2019ha rimesso nuovamente in agenda e mercoled\u00ec avremo un nuovo vertice,\u00a0ma la crisi e le tensioni sono molto pi\u00f9 veloci della risposta europea. In sintesi: s\u00ec, \u00e8 vero, il rischio \u00e8 gigantesco.<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div><strong>STANDARD: C\u2019\u00e8 la speranza che si possa crescere con questa crisi e velocizzare\u00a0il\u00a0processo di\u00a0integrazione politica?<\/strong><\/div>\n<div>Ne sono convinto, perch\u00e9 l\u2019Europa, dopo un decennio di dittatura dei regolamenti e delle percentuali, necessita di una politica di valori e di principi. La crisi dei profughi \u00e8 sia una minaccia sia una opportunit\u00e0. A condizione, per\u00f2, come ha detto il cancelliere austriaco\u00a0WernerFaymann\u00a0alla fine di agosto a Vienna, che si smetta con il puntare il dito ai vicini e si passi a una\u00a0corresponsabilit\u00e0 comune su tutti gli aspetti della politica migratoria europea.\u00a0L\u2019Europa pu\u00f2, in effetti, uscire rafforzata da questa crisi.<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div><strong>STANDARD:\u00a0Fino ad ora non si sono avuti risultati. Le quote e gli\u00a0hotspot\u00a0sono davvero la soluzione?<\/strong><\/div>\n<div>Se l\u2019Italia parla di affrontare insieme tutti gli aspetti della politica migratoria \u00e8 perch\u00e9 da per scontato che\u00a0solamente\u00a0hotspot\u00a0e suddivisioni \u00a0non sono sufficienti.Ci\u00f2 non solo considerando i tanti compiti che dobbiamo svolgere insieme \u2013 collaborazione con i Paesi di origine e di transito, gestione della crisi,\u00a0ecc\u00a0\u2013 ma anche perch\u00e9 la crisi attuale non pu\u00f2 essere risolta con le vecchie regole di Dublino, stabilite 25 anni fa.\u00a0Occorre superarle gradualmente organizzando insieme accoglienza, asilo, quote e politica di rimpatrio.\u00a0Se riusciremo passo dopo passo a fare tutto questo insieme, un continente\u00a0tra i pi\u00f9 ricchi del mondo con\u00a0700 milioni di abitanti\u00a0sar\u00e0 nella posizione di gestire diverse centinaia di migliaia di migranti l\u2019anno.\u00a0Se invece si preme verso la costruzione di muri e barriere o si punta con il dito ai vicini, si corre il rischio di preservare le regole sorpassate di Dublino e di buttare a mare il\u00a0principio basilare della libert\u00e0 di circolazione.<\/div>\n<div><strong>STANDARD: rispetto a questo fenomeno viene da domandarsi se dietro non ci sia una strategia di destabilizzazione.<\/strong><\/div>\n<div>Dietro ci sono guerre come in Siria e dittature come in Eritrea; crisi di instabilit\u00e0 in vari Paesi, il collasso di Stati come la Libia e anche la demografia e la povert\u00e0 in Africa. A queste cause potenti e durature del flusso\u00a0di profughi si aggiungono le organizzazioni criminali: vere forme di schiavismo del 21\u00b0 secolo.<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div><strong>STANDARD: L\u2019Europa \u00e8 una tigre senza denti. Cosa pu\u00f2 fare?<\/strong><\/div>\n<div>La fase nella quale le due superpotenze gestivano l\u2019ordine mondiale \u00e8 passata, cos\u00ec come quella di una forse illusoria\u00a0iperpotenza. In tempi di multilateralismosi tratta di trovare soluzioni impiegando armi diplomatiche,\u00a0relazioni economiche\u00a0e in alcuni casi anche la forza, con la partecipazione dell\u2019Europa, degli Stati Uniti e dei pi\u00f9 importanti Paesi della regione.Credo che abbiamo davanti un\u2019opportunit\u00e0, anche se fragile, di un futuro accordo in Libia.\u00a0E c\u2019\u00e8 pure, nonostante tutto, un bagliore di speranza\u00a0per una transizione politica in Siria, l\u2019unica che possa far pensare alla fine di questo incubo di conflitto.<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div><strong>STANDARD: L\u2019Ungheria si barrica e il cancelliere austriaco\u00a0Faymann\u00a0fa paragoni con il nazismo. Lei concorda con lui?<\/strong><\/div>\n<div>Concordo con tutti coloro che vedono la decisione del governo ungherese non in linea con i principi dell\u2019Unione Europea. Non si pu\u00f2 solo prendere il buono \u2013 fondi strutturali, mercato libero, libert\u00e0 di circolazione\u00a0dei lavoratori\u00a0&#8211; \u00a0e allo stesso tempo\u00a0rifiutare sprezzantemente i principi\u00a0dell\u2019Unione. Nelle prossime settimane dobbiamo trovare una via per\u00a0mettere in pratica\u00a0questo messaggio\u00a0con decisioni chiare a livello dell\u2019Unione Europea.<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div><strong>STANDARD: La\u00a0cancelliera\u00a0tedesca Angela\u00a0Merkelha raccolto molte critiche per l\u2019apertura\u00a0a tempo\u00a0delle frontiere. E\u2019 stato un errore?<\/strong><\/div>\n<div>No. Credo che la\u00a0cancelliera\u00a0abbia preso una decisione coraggiosa. Non ho mai\u00a0creduto\u00a0alla\u00a0\u201cteoria dell\u2019attrazione\u201d, per la quale i flussi di profughi sono messi n moto da alcune\u00a0decisioni dei governi.\u00a0Ho criticato queste teorie quando, pi\u00f9 di un anno fa, erano rivolte contro l\u2019Italia, che effettuava operazioni di salvataggio in alto mare, e le critico oggi, che sono rivolte contro Berlino. Va da s\u00e9 che n\u00e9 l\u2019Italia, n\u00e9 la Germania possono essere lasciate sole<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div><strong>STANDARD:\u00a0Dublino deve dunque essere riformata. Si arriver\u00e0 a una politica dell\u2019asilo comune? Sarebbe auspicabile? Ci\u00f2 limiterebbe o rafforzerebbe i flussi di profughi?<\/strong><\/div>\n<div>Dobbiamo agire passo per passo:\u00a0un riconoscimento reciproco del diritto d\u2019asilo potrebbe essere introdotto per i tempi di crisi. Questo \u00e8 proprio il significato della \u201crelocation\u201d (ricollocamento): coloro che hanno ricevuto asilo in Italia, possono essere accolti anche, per esempio, in Germania, Svezia, Austria. L\u2019importante \u00e8 che vi sia una politica di rimpatrio europea. Non ha senso chiudere gli occhi davanti al fatto che pi\u00f9 di un terzo dei migranti in Europa sono migranti economici. Per i rimpatri occorrono risorse, strutture economiche e logistiche, accordi diplomatici. Tutto ci\u00f2 non pu\u00f2 essere posto sulle spalle di solo due o tre Paesi.\u00a0Infine, bisogner\u00e0 decidere quali siano i Paesi da considerare sicuri (tra questi certamente i candidati all\u2019adesione all\u2019UE) e quali no. Questi concetti stanno lentamente\u00a0riflettendosi\u00a0nelle proposte\u00a0della Commissione, ma l\u2019amara verit\u00e0 \u00e8 che\u00a0solo in queste settimane abbiamo\u00a0implementato il primo segmento del programma di ricollocamento nell\u2019UE (40.000 profughi in due anni, nota del redattore), che \u00e8 meno del 5% di tutti i profughi irregolari degli ultimi due anni.\u00a0(<i>il nuovo piano\u00a0Juncker\u00a0ne prevede 120.000).\u00a0<\/i>Per questo dico che abbiamo fatto un pezzo di strada, ma resta ancora molto da fare e dobbiamo farlo in fretta.<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div><strong>STANDARD: L\u2019Austria insiste sulle quote e parla di sanzioni per coloro che violano il principio di solidariet\u00e0, ad esempio con tagli ai trasferimenti dei fondi strutturali. Anche lei la pensa cos\u00ec?<\/strong><\/div>\n<div>Prima di tutto\u00a0registro\u00a0con favore che il governo austriaco ha superato le difficolt\u00e0 degli ultimi mesi. Siamo\u00a0sulla stessa linea e questo \u00e8 importante per due Paesi vicini ed amici, che condividono centinaia di chilometri di frontiera e che, se l\u2019Ungheria mantenesse la sua posizione, sarebbero esposti a nuove pressioni alla frontiera nord-orientale (Tarvisio\/Arnoldstei,\u00a0ndr).<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div><strong>STANDARD:\u00a0I Paesi\u00a0Visegrad\u00a0rifiutano le quote e in parte anche l\u2019ingresso di musulmani &#8211; \u00a0per paura di una disintegrazione della societ\u00e0. Hanno del tutto torto?<\/strong><\/div>\n<div>S\u00ec!\u00a0Alcuni, penso alla Polonia, stanno cambiando idea. Ma\u00a0non comprendo\u00a0perch\u00e9\u00a0si dovrebbe rifiutare solidariet\u00e0, quando forse tra qualche mese o qualche anno\u00a0se ne potrebbe avere\u00a0bisogno.\u00a0Cosa succederebbe se scoppiasse una pesante crisi ai nostri confini orientali e centinaia di migliaia di migranti si mettessero in movimento. Non si chiamerebbe Atene, per chiedere aiuto?\u00a0Per quanto riguarda la religione, impiegarla come criterio contraddirebbe la logica dell\u2019asilo.<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div><strong>STANDARD: Alcuni dicono che l\u2019allargamento a oriente del 2004 fu un errore. Che cosa risponde a queste critiche?<\/strong><\/div>\n<div>Io non credo che si possano tirare conclusioni negative dopo cos\u00ec poco tempo. L\u2019allargamento fu un grande passo strategico e politico. Un\u00a0modo per terminare per via pacifica la suddivisione in blocchi dell\u2019Europa. Oggi con l\u2019immigrazione siamo\u00a0confrontati dalla necessit\u00e0 di prendere una\u00a0nuova decisione politica strategica &#8211; \u00a0e sarebbe un triste paradosso se proprio quei Paesi che furono\u00a0protagonisti e beneficiari\u00a0della precedente\u00a0si sottraessero a questa nuova sfida.<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div><strong>STANDARD: Gi\u00e0 con la crisi dell\u2019euro era molto attuale e ora con\u00a0la crisi dei profughi \u00e8 una realt\u00e0: l\u2019Europa a due velocit\u00e0. Lei concorda con un\u2019Europa \u201cnocciolo duro\u201d che precede?<\/strong><\/div>\n<div>Qui siamo confrontati con un\u2019altra\u00a0sfida strategica e politica. In parte si sovrappone a quella della migrazione, ma comprende molti altre questioni. Credo che la moneta unica necessiti di una crescente integrazione tra i Paesi dell\u2019euro, ma anche che gli Stati con altre valute abbiano\u00a0il\u00a0diritto di rimanere a pieno\u00a0titolo\u00a0membri dell\u2019Unione Europea.\u00a0La soluzione forse non \u00e8 tanto nel concetto delle due velocit\u00e0, quanto nell\u2019idea di una coesistenza di due cerchi concentrici in Europa, con diversi livelli di integrazione, ma caratterizzati dalla comune appartenenza all\u2019Unione e dalla condivisione dei suoi principi fondamentali.<\/div>\n<div>\u00a0<\/div>\n<div><strong>STANDARD:\u00a0Con l\u2019immigrazione si teme l\u2019infiltrazione di terroristi. Come ci si pu\u00f2 premunire? E quanto importante sarebbe il coinvolgimento di Russia, Iran e Arabia Saudita?<\/strong><\/div>\n<div>Dobbiamo distinguere.\u00a0Esiste la sfida storica del terrorismo, contro il quale \u00e8 cruciale la coalizione anti-Daesh\u00a0e dove vi sono interessi comuni anche con Paesi che non ne fanno parte, come Iran e Russia.\u00a0La minaccia che pu\u00f2 venire dai flussi migratori richiede d\u2019altra parte la massima attenzione di tutte le forze di sicurezza e la cooperazione tra i servizi di sicurezza dei Paesi alleati.\u00a0Ci\u00f2 significa che i livelli di attenzione devono essere alti in tute le direzioni. La storia\u00a0di questi mesi ci insegna,\u00a0inoltre,\u00a0che le minacce del terrorismo non provengono solo dall\u2019esterno, ma anche da persone che vivono in mezzo a noi, che sono andate nelle nostre stesse scuole o sono state nelle nostre carceri.<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00a0 Traduzione di cortesia \u00a0 Paolo Gentiloni ist \u00fcberzeugt davon, dass die Fl\u00fcchtlingskrise bew\u00e4ltigt werden kann, wenn man das Problem gemeinsam und mitverantwortlich angeht.\u00a0 STANDARD:\u00a0In der Fl\u00fcchtlingskrise hat Europa versagt. Wird am Ende das europ\u00e4ische Projekt scheitern? 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