{"id":23543,"date":"2015-09-14T12:20:18","date_gmt":"2015-09-14T10:20:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.esteri.it\/sala_stampa\/archivionotizie\/comunicati\/2015\/09\/gentiloni-den-deutschen-stoltz\/"},"modified":"2015-09-14T12:20:18","modified_gmt":"2015-09-14T10:20:18","slug":"gentiloni-den-deutschen-stoltz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.esteri.it\/it\/sala_stampa\/archivionotizie\/interviste\/2015\/09\/gentiloni-den-deutschen-stoltz\/","title":{"rendered":"Gentiloni: \u201cDen deutschen Stolz halte ich f\u00fcr legitim\u201d (Die Welt)"},"content":{"rendered":"<p>Italiens Au\u00dfenminister Paolo Gentiloni empf\u00e4ngt zum Interview im r\u00f6mischen Au\u00dfenministerium, der sogenannten Farnesina, einem wei\u00dfen Bau gleich neben dem Olympiastadion am Tiber. Der 60-J\u00e4hrige fordert eine aktive Politik im Mittelmeerraum, der historisch Einflussbereich von Italien ist. \u00dcber Libyen, wo der B\u00fcrgerkrieg seit 2011 zum Zerfall des Landes und einem florierenden Gesch\u00e4ft f\u00fcr Schlepperbanden gef\u00fchrt hat, kommen Hunderttausende Fl\u00fcchtlinge in Schiffen und Schlauchbooten.<\/p>\n<p><strong>Die Welt: Minister Gentiloni, Ihr Land kennt das Fl\u00fcchtlingsdrama im Mittelmeer seit Langem. War Italiens Stimme nicht laut genug, um Europas Aufmerksamkeit fr\u00fcher darauf zu lenken?<\/strong><\/p>\n<p>Paolo Gentiloni: Es ist traurig, dass Europa Trag\u00f6dien braucht, bevor es in Bewegung kommt. Aber als im April ein Schlepperboot im Mittelmeer gesunken ist und es Hunderte Tote gab, gelang es Premier Matteo Renzi, einen sofortigen Gipfel der Union einzuberufen. Es war ein erster Schritt zu einer ersten europ\u00e4ischen Immigrationsagenda. Ein weiterer Schritt sind die Vorschl\u00e4ge, die (EU-Kommissionspr\u00e4sident) Jean-Claude Juncker in der vergangenen Woche angek\u00fcndigt hat. Aber es reicht nicht.<\/p>\n<p><strong>Die Welt: Sie sprechen sogar von den Vereinigten Staaten Europas, ausgerechnet jetzt, wo Europa bei zentralen Fragen der Fl\u00fcchtlingspolitik gespalten und zerstritten ist \u2026<\/strong><\/p>\n<p>Gentiloni: Europa \u2013 und es w\u00e4re nicht das erste Mal \u2013 kann neuen Schwung bekommen, wenn es am Abgrund steht. Es hat mit dem, was wir in diesen Wochen in Deutschland, \u00d6sterreich und Frankreich erlebt haben, eine neue Chance bekommen. Die Entscheidungen, die die Innenminister (am heutigen Montag) in Br\u00fcssel f\u00e4llen werden, sind sehr wichtig.<\/p>\n<p><strong>Die Welt: Macht Ihnen bei diesem Gipfel etwas Sorgen?<\/strong><\/p>\n<p>Gentiloni: Die Position der Ungarn. Sie haben jetzt eine zentrale Rolle, und eine feindselige Haltung muss unbedingt verhindert werden. Ich begr\u00fc\u00dfe die Haltung Spaniens und Polens, die sich der Logik der Kommission ann\u00e4hern.<\/p>\n<p><strong>Die Welt: Deutschland und Italien liegen auf gleicher Linie. Sind sie auch in der Lage, Impulse f\u00fcr die EU-Fl\u00fcchtlingspolitik zu geben?<\/strong><\/p>\n<p>Gentiloni: Die Kraft einer deutsch-italienischen Allianz muss dazu dienen, Europa aus dieser Krise zu f\u00fchren. Zentral sind zwei Probleme: Die Integration in den von den Fl\u00fcchtlingen privilegierten L\u00e4ndern wie Deutschland und die Frage um Rettung und Erstaufnahme in den L\u00e4ndern an Europas Grenzen. Deutschland darf nicht allein gelassen werden, Italien auch nicht.<\/p>\n<p><strong>Die Welt: In Deutschland herrscht Euphorie, wie man sie auch in Italien nach Rettungseins\u00e4tzen kennt. Was raten Sie den Deutschen, wenn die Ern\u00fcchterung kommt?<\/strong><\/p>\n<p>Gentiloni: Den deutschen Stolz halte ich f\u00fcr legitim. Es ist frischer Wind f\u00fcr Europa. Auch die Italiener sind stolz, in den vergangenen eineinhalb Jahren 130.000 Fl\u00fcchtlinge im Mittelmeer gerettet zu haben. Unsere Regierungen m\u00fcssen jetzt deutlich machen, dass das Ph\u00e4nomen andauern wird. Allein aus demografischen Gr\u00fcnden: Die afrikanische Bev\u00f6lkerung wird sich bis 2050 verdoppeln, die europ\u00e4ische um f\u00fcnf Prozent zur\u00fcckgehen. Es reicht nicht, 160.000 Personen zu platzieren. Wir m\u00fcssen schrittweise zu einem europ\u00e4ischen Asylrecht kommen, nat\u00fcrlich unter Einhaltung eines Gleichgewichtes und gerechter Verteilung.<\/p>\n<p>Wer auf Kos oder Lampedusa landet, der wollte ja nach Europa. Nur mit einem europ\u00e4ischen Asylrecht k\u00f6nnen wir die Reisefreiheit im Schengenraum bewahren. Wir m\u00fcssen eine gemeinsame R\u00fcckf\u00fchrungspolitik betreiben. Auch dies kann nicht nur auf den Schultern der L\u00e4nder an Europas Au\u00dfengrenzen lasten.<\/p>\n<p><strong>Die Welt: Wie steht es um die Registrierung der Ank\u00f6mmlinge in Italien? Man h\u00f6rt immer wieder, dass viele nur durchgewinkt werden \u2026<\/strong><\/p>\n<p>Gentiloni: Italien respektiert die europ\u00e4ischen Regeln, das gilt f\u00fcr die Finanz- wie f\u00fcr die Fl\u00fcchtlingspolitik. Ich wiederhole: Deutschland und Schweden k\u00f6nnen nicht allein Aufnahme und Integration bew\u00e4ltigen, die L\u00e4nder an den Au\u00dfengrenzen nicht Erstaufnahme und R\u00fcckf\u00fchrung. Seit zwei, drei Monaten haben andere EU-L\u00e4nder ein Drittel der Rettungsaktionen \u00fcbernommen. Das ist gut so. Nur bringt ein norwegisches Schiff die Menschen nicht nach Oslo, sondern nach Sizilien. Und das gilt f\u00fcr alle. Ganz zu schweigen von Griechenland, das in diesem Jahr die Ankunft von 400.000 Fl\u00fcchtlingen bew\u00e4ltigen muss. Wenn 100.000 von ihnen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden m\u00fcssen, wie soll Griechenland das schaffen?<\/p>\n<p><strong>Die Welt: Zentral f\u00fcr eine Regulierung der Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me an Europas Au\u00dfengrenzen ist auch eine L\u00f6sung f\u00fcr Libyen. Wie steht es um die aktuellen Verhandlungen in Marokko?<\/strong><\/p>\n<p>Gentiloni: F\u00fcr Italien ist das ein zentraler Punkt: In diesem Jahr werden etwa 200.000 Menschen \u00fcber Libyen nach Italien kommen, mehr als 2014. Was die Verhandlungen anbetrifft, will ich keine Illusionen wecken. In Marokko l\u00e4uft zurzeit eine Nonstop-Verhandlung, die der UN-Beauftragte Bernardino Leon einberaumt hat. Wir hoffen auf ein Ergebnis in dieser Woche. Bei positivem Ausgang ist Italien, genau wie andere europ\u00e4ische und arabische L\u00e4nder, bereit, der neuen Einheitsregierung auf deren Bitte in Fragen der Sicherheit, des wirtschaftlichen Wiederaufbaus und der Wiederherstellung von Stabilit\u00e4t zu helfen. Libyen darf nicht zu einem neuen Somalia werden, wenige Hundert Kilometer von Europas K\u00fcsten entfernt.<\/p>\n<p><strong>Die Welt: Wie wird die Hilfe konkret aussehen? Werden Sie Milit\u00e4r entsenden?<\/strong><\/p>\n<p>Gentiloni: Niemand will ein Abenteuer in der W\u00fcste, falls es keine Einigung gibt. Aber auf Bitte der neuen Regierung k\u00f6nnen wir \u2013 gemeinsam mit Deutschland, Frankreich, arabischer Liga und anderen L\u00e4ndern der Region \u2013 helfen, strategische Positionen und wichtige Institutionen zu sichern, und wirtschaftliche Hilfe leisten, damit die Libyer erkennen, dass eine Einigung sich lohnt. Falls die Verhandlungen scheitern, muss die internationale Gemeinschaft andere Wege finden, vor allem um das Risiko des Islamischen Staats einzugrenzen.<\/p>\n<p>Gentiloni: Italien geh\u00f6rt zu den wichtigsten Handelspartnern im Mittelmeerraum, neben den USA, Deutschland und China, dessen Einfluss in Zentralafrika sehr gro\u00df ist. F\u00fcr meine Generation war Afrika der verlorene Kontinent. Wir m\u00fcssen umdenken. Heute gibt es wirtschaftliches Wachstum, eine neue F\u00fchrungselite, Empowerment der Frauen, ein Bildungsniveau, das vor 20 Jahren unvorstellbar war. Afrika ist, jenseits seiner Trag\u00f6dien, auch eine gro\u00dfe Chance.<\/p>\n<p><strong>Die Welt: Auch f\u00fcr die Fl\u00fcchtlingspolitik?<\/strong><\/p>\n<p>Gentiloni: Es gibt Kooperationsprojekte wie das von Khartum, an denen auch der deutschen Regierung sehr gelegen ist. Es betrifft L\u00e4nder der Fl\u00fcchtlings-Route aus dem Horn von Afrika und sieht wirtschaftliche Hilfe und den Kampf gegen Schleuserbanden vor. In Agadez im Niger, das ein Drehkreuz der Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me und des illegalen Schleuserhandels geworden ist, muss etwas getan werden.<\/p>\n<p><strong>Die Welt: Was meinen Sie konkret?<\/strong><\/p>\n<p>Gentiloni: Man kann nicht 200.000 Fl\u00fcchtlinge in ein Lager sperren und aufhalten. Aber wir k\u00f6nnen helfen, zwischen politischen und Wirtschaftsfl\u00fcchtlingen zu unterscheiden, und letzteren mit unseren Projekten Mut machen, in ihren L\u00e4ndern zu bleiben.<\/p>\n<p><strong>Die Welt: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist scharf kritisiert worden, mit der Politik der offenen T\u00fcr mehr Menschen anzulocken. K\u00f6nnte eine europ\u00e4ische Kommunikationskampagne helfen?<\/strong><\/p>\n<p>Gentiloni: Das Problem der Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me geht weit \u00fcber das hinaus, was solche Kampagnen und unsere Entscheidungen kommunizieren k\u00f6nnen. Noch vor einem Jahr ist Italien f\u00fcr die Rettung der Fl\u00fcchtlinge im Mittelmeer kritisiert worden. Jetzt haben alle begriffen, dass es um die Rettung der Menschenleben geht und Menschen fl\u00fcchten, weil sie dazu gezwungen sind. Man denke nur an die Trag\u00f6die in Syrien.<\/p>\n<p><strong>Die Welt: Dort haben sich die Russen zur\u00fcckgemeldet \u2026<\/strong><\/p>\n<p>Gentiloni: Ich hoffe, dass es sich nicht um einen Versuch handelt, Baschar al-Assad mit Waffengewalt zu verteidigen. Das w\u00fcrde die schwierige Lage noch komplizierter machen. Italien steht weder auf der Seite derjenigen, die Assad mit Bomben rausjagen wollen, noch derer, die ihn bis zum letzten Mann verteidigen. Das Atom-Abkommen mit dem Iran erlaubt es, einen Mittelweg zu gehen, wie wir ihn bevorzugen. Minister Steinmeier hat recht: Diese Gelegenheit d\u00fcrfen wir nicht vers\u00e4umen. Sie erlaubt es, Assad einen sukzessiven Abgang zu gew\u00e4hren, ohne ein Vakuum wie etwa in Libyen zu hinterlassen, das zu Chaos oder IS-Herrschaft f\u00fchren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Die Welt: Aber das Chaos ist doch schon perfekt?<\/strong><\/p>\n<p>Gentiloni: Aufhalten l\u00e4sst es sich nur, wenn \u00dcberreste der Institutionen mit den oppositionellen Kr\u00e4ften verhandeln. Der Diktator muss die B\u00fchne verlassen, ohne dass dann die schwarze Flagge (des IS; d. Red.) auf dem Pr\u00e4sidentenpalast weht. Ich hoffe, dass EU, die USA, der Iran und Russland dazu beitragen werden.<\/p>\n<p><strong>Die Welt: F\u00fcrchten Sie eigentlich, dass mit den Fl\u00fcchtlingen IS-Terroristen nach Italien \u00fcbersetzen?<\/strong><\/p>\n<p>Gentiloni: Niemand kann das ausschlie\u00dfen. Allerdings sind die Fl\u00fcchtlingsboote als Transportmittel f\u00fcr Terroristen nicht geeignet. Die Leute werden vom Milit\u00e4r aus dem Meer gefischt und registriert.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p><strong>\u201cRitengo legittimo l\u2019orgoglio dei Tedeschi\u201d<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Il Ministro degli Esteri Paolo Gentiloni invoca una alleanza con Berlino per risolvere la crisi dei rifugiati e per un diritto d\u2019asilo uniforme a livello comunitario.<\/strong><\/p>\n<p><strong>CONSTANZE REUSCHER\u00a0 &#8211; <\/strong>Roma<\/p>\n<p><i>Il Ministro degli Esteri italiano Paolo Gentiloni ci ha accolto per un\u2019intervista presso la sede del Ministero degli Esteri a Roma, la Farnesina, un edificio bianco sul Tevere situato a fianco dello Stadio Olimpico. Il Ministro, 60 anni, invoca una politica attiva nell\u2019area mediterranea che dal punto di vista storico \u00e8 area d\u2019influenza dell\u2019Italia. Centinaia di migliaia di rifugiati giungono con navi e gommoni salpando dalla Libia, dove la guerra civile ha portato, dal 2011 ad oggi, allo sfaldamento del Paese e al fiorire degli affari delle bande di trafficanti.<\/i><\/p>\n<p><strong>Ministro Paolo Gentiloni, il suo Paese conosce da tempo il dramma dei profughi nel Mediterraneo, ma la voce dell&#8217;Italia non \u00e8 stata ascoltata. Non era abbastanza forte?<\/strong><\/p>\n<p>\u00c8 triste dover constatare che l&#8217;Europa abbia bisogno di una tragedia per mettersi in moto. Di fatto per\u00f2 nell&#8217;aprile scorso, quando un barcone affond\u00f2 nel Mediterraneo causando centinaia di morti, il Premier Matteo Renzi riusc\u00ec a convocare un vertice immediato dell&#8217;UE: fu il passo iniziale per una prima agenda europea sull\u2019immigrazione. Un altro passo \u00e8 costituito dalle proposte preannunciate la scorsa settimana dal Presidente della Commissione Ue, Jean-Claude Juncker. Ma non basta.<\/p>\n<p><strong>In un momento come questo, di divisioni e contrasti su una questione centrale come quella dei profughi, Lei ha parlato addirittura di Stati Uniti d&#8217;Europa.. <\/strong><\/p>\n<p>Un nuovo impulso potrebbe arrivare all&#8217;Europa \u2014 e non sarebbe la prima volta \u2014 nel momento stesso in cui si trova sull&#8217;orlo di un baratro. Dopo quanto \u00e8 avvenuto in queste settimane in Germania, in Austria e in Francia, le viene offerta una nuova opportunit\u00e0: le decisioni che verranno prese oggi a Bruxelles dai Ministri degli Interni sono della massima importanza.<\/p>\n<p><strong>Quali sono gli aspetti che la preoccupano in particolare in vista di questo Vertice ?<\/strong><\/p>\n<p>La posizione degli Ungheresi, che oggi gioca un ruolo centrale: gli atteggiamenti ostili vanno assolutamente evitati. Vedo con favore quelli della Spagna e della Polonia, che si avvicinano alla logica della Commissione.<\/p>\n<p><strong>La Germania e l&#8217;Italia sono sulla stessa linea. Pensa che anche voi siete in grado di dare un impulso per una politica europea sulla questione dei profughi?<\/strong><\/p>\n<p>La forza di un&#8217;alleanza italo-tedesca deve servire a trovare per l&#8217;Europa una via d&#8217;uscita da questa crisi. Le questioni centrali sono due: l&#8217;integrazione nei Paesi preferiti dai profughi, come la Germania, e i problemi del salvataggio e della prima accoglienza nei Paesi di confine dell&#8217;UE. La Germania non pu\u00f2 essere lasciata sola, e neppure l&#8217;Italia.<\/p>\n<p><strong>In Germania c&#8217;\u00e8 ora la stessa euforia che abbiamo visto in Italia dopo le operazioni di salvataggio. Cosa consiglierebbe ai Tedeschi, una volta raffreddato l&#8217;entusiasmo iniziale?<\/strong><\/p>\n<p>A mio parere l&#8217;orgoglio dei Tedeschi \u00e8 legittimo: \u00e8 come un vento fresco per l&#8217;Europa. Anche noi Italiani siamo orgogliosi di aver salvato ben 130.000 profughi nel Mediterraneo in questi ultimi diciotto mesi. Ora per\u00f2 i nostri Governi devono far comprendere che questo fenomeno \u00e8 destinato a protrarsi nel tempo \u2014 oltre tutto per motivi demografici: da qui al 2050 la popolazione africana sar\u00e0 raddoppiata, mentre per quella europea si prevede un calo del 5%. Non basta far posto a 160.000 persone. Dobbiamo arrivare per passi successivi a un diritto d&#8217;asilo europeo, mantenendo ovviamente un equilibrio e un&#8217;equa distribuzione. E evidente che la m\u00e8ta di chi approda a Kos o a Lampedusa \u00e8 l&#8217;Europa. Solo un diritto d&#8217;asilo europeo potr\u00e0 consentirci di mantenere la libera circolazione nello spazio Schengen. Anche la politica dei rimpatri dev&#8217;essere comune: \u00e8 un altro problema che non pu\u00f2 gravare solo sulle spalle dei Paesi di confine dell&#8217;UE.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Qual \u00e8 la situazione per quanto riguarda la registrazione dei nuovi arrivati in Italia? Si sente dire spesso che sono in molti a eludere ogni controllo&#8230;<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n<p>L&#8217;Italia rispetta le regole europee, sia nel campo finanziario che in materia di profughi. Ripeto: la Germania e la Svezia non possono essere lasciate sole a farsi carico dell&#8217;accoglienza e dell&#8217;integrazione; e lo stesso vale per gli Stati di confine dell&#8217;UE che si trovano ad affrontare la prima accoglienza e i rimpatri. In questi ultimi due o tre mesi, altri Stati dell&#8217;UE hanno contribuito per un terzo alle operazioni di salvataggio, ed \u00e8 indubbiamente un fatto positivo; anche se una nave norvegese non porta i profughi a Oslo, ma li fa sbarcare in Sicilia. E questo vale per tutti. Per non parlare della Grecia, che quest&#8217;anno ha dovuto far fronte all&#8217;arrivo di ben 400mila profughi. Se quelli da rimpatriare saranno 100mila, come si pu\u00f2 pensare che la Grecia se la cavi da sola?<\/p>\n<p><strong>Per arginare l&#8217;afflusso di profughi ai confini europei \u00e8 essenziale giungere ad una soluzione per la Libia. A che punto sono le trattative in corso in Marocco?<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Per l&#8217;Italia si tratta di una questione centrale: quest&#8217;anno il numero dei profughi che raggiungeranno l&#8217;Italia passando per la Libia \u00e8 ulteriormente aumentato rispetto al 2014: saranno circa 200mila. Quanto alle trattative, non vorrei suscitare illusioni. In Marocco \u00e8 attualmente in corso una trattativa non stop, promossa dall&#8217;inviato dell&#8217;Onu Bernardino Leon. Speriamo di poter vedere un risultato in settimana. In caso di esito positivo l&#8217;Italia, al pari di altri Paesi europei e arabi, sarebbe disposta a dare al nuovo governo di unit\u00e0 nazionale gli aiuti richiesti nel campo della sicurezza, della ricostruzione economica e del ripristino della stabilit\u00e0. Non dobbiamo permettere che la Libia diventi una nuova Somalia, a poche centinaia di chilometri dalle coste europee.<\/p>\n<p><strong>Che aspetto potrebbero assumere concretamente gli aiuti? Lei invier\u00e0 militari?<\/strong><\/p>\n<p>Un\u2019avventura nel deserto, se non c\u2019\u00e8 un\u2019intesa, non la vuole nessuno. Ma su richiesta del nuovo Governo, noi \u2013 insieme a Germania, Francia, Lega Araba e altri Paesi di quest\u2019area geografica \u2013 possiamo aiutare a garantire posizioni strategiche e importanti istituzioni e a fornire aiuti economici in modo che i Libici si rendano conto che vale la pena giungere ad un\u2019intesa. In caso di fallimento delle trattative, la comunit\u00e0 internazionale dovr\u00e0 trovare altre vie, soprattutto al fine di contenere il rischio dello Stato Islamico.<\/p>\n<p><strong>Lei vede nell\u2019Africa una opportunit\u00e0. Non \u00e8 che l\u2019Europa ha perso il treno?<\/strong><\/p>\n<p>L\u2019Italia rientra tra i partner commerciali pi\u00f9 importanti nel Mediterraneo, oltre a Paesi come USA, Germania e la China, la cui influenza in Africa Centrale \u00e8 grandissima. Per la mia generazione l\u2019Africa era il continente perduto. Dobbiamo cambiare modo di pensare. Oggi c\u2019\u00e8 crescita economica, una \u00e9lite dirigenziale, l\u2019\u201dempowerment\u201d delle donne, un livello d\u2019istruzione che sino a 20 anni fa era impensabile. Al di l\u00e0 delle sue tragedie, l\u2019Africa rappresenta anche una grande opportunit\u00e0.<\/p>\n<p><strong>Anche per la politica dei rifugiati?<\/strong><\/p>\n<p>Ci sono progetti di cooperazione come quello di Khartoum. Tale iniziativa a cui tiene molto anche il Governo tedesco, riguarda Paesi della rotta dei rifugiati proveniente dal Corno d\u2019Africa e prevede aiuti economici e la lotta alle bande di trafficanti. In Niger, ad Agadez, divenuto un punto di snodo dei flussi di rifugiati e del traffico illegale di clandestini, occorre fare qualcosa.<\/p>\n<p><strong>Cosa intende concretamente?<\/strong><\/p>\n<p>Non \u00e8 possibile rinchiudere e trattenere 200.000 rifugiati in un campo. Per\u00f2 possiamo aiutare a distinguere tra rifugiati politici e coloro che scappano per motivi economici, cercando di infondere in questi ultimi, attraverso i nostri progetti, il coraggio di rimanere nel proprio Paese.<\/p>\n<p><strong>Il Cancelliere Merkel \u00e8 stata aspramente criticata per avere attirato le persone con la politica delle porte aperte. Potrebbe servire una campagna europea di comunicazione?<\/strong><\/p>\n<p>La problematica dei flussi di rifugiati va ben oltre ci\u00f2 che si pu\u00f2 comunicare con campagne del genere e con le nostre decisioni. Solo un anno fa, era l\u2019Italia ad essere bersaglio di critica per i soccorsi forniti ai profughi nel Mediterraneo. Adesso hanno capito tutti che si tratta di salvare vite umane e che la gente si mette in fuga perch\u00e9 \u00e8 costretta, basti pensare solo alla tragedia della Siria.<\/p>\n<p><strong>L\u00ec si sono fatti vivi di nuovo i Russi\u2026.<\/strong><\/p>\n<p>Io spero che non si tratti di un tentativo di difendere Basar al Assad con la forza delle armi, il che renderebbe la gi\u00e0 difficile situazione ancora pi\u00f9 complicata. L\u2019Italia non \u00e8 n\u00e9 dalla parte di quelli che voglio cacciare Assad a colpi di bombe n\u00e9 di quelli che lo vogliono difendere fino all\u2019ultimo uomo. L\u2019accordo sul nucleare con l\u2019Iran consente di percorrere una via di mezzo come la preferiamo noi. Il Ministro Steinmeier ha ragione: non dobbiamo farci sfuggire quest\u2019occasione. Essa ci permette di concedere a Assad un uscita di scena graduale senza lasciare un vuoto, come ad esempio in Libia, suscettibile di portare al caos o al dominio dell\u2019ISIL.<\/p>\n<p><strong>Il caos non \u00e8 per\u00f2 gi\u00e0 totale?<\/strong><\/p>\n<p>\u00c8 possibile arrestarlo solo per mezzo di trattative tra le istituzioni che restano e le forze di opposizione. Bisogna evitare che una volta uscito di scena il dittatore, sul palazzo presidenziale sventoli la bandiera nera (dell\u2019IS). Io spero che in tal senso ci sia il contributo di Unione Europea, USA, Iran e Russia.<\/p>\n<p><strong>Lei teme in realt\u00e0 che durante le traversate, assieme ai rifugiati, giungano in Italia terroristi dell\u2019IS?<\/strong><\/p>\n<p>Nessuno lo pu\u00f2 escludere. Tuttavia i barconi dei profughi non sono mezzi di trasporto idonei per terroristi. Le persone vengono pescate dal mare dai militari e registrate.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Italiens Au\u00dfenminister Paolo Gentiloni empf\u00e4ngt zum Interview im r\u00f6mischen Au\u00dfenministerium, der sogenannten Farnesina, einem wei\u00dfen Bau gleich neben dem Olympiastadion am Tiber. 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